Geht Mathe auch ohne Noten?

Verdrängt man mal kurz das Regelwerk für öffentliche Schulen (private wie z.B. Walldorfschulen können durchaus auf Noten verzichten) so kann man durchaus mathematische Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, ohne mit einer nicht ausreichenden Beurteilung zu drohen. So kommt z.B. das Mathematikstudium weitgehend ohne Noten aus und arbeitet im Wesentlichen mit beliebig oft wiederholbaren Scheinen. Den Schwierigkeitsgrad und das didaktische (Nicht)-Konzept der Unis diskutiere ich hier lieber nicht. Aber es gibt kein Durchfallen. Man könnte statt Noten doch auf Level umsteigen ähnlich wie bei PC-Spielen. die Schüler kommen alle voran, aber je nach Begabung und Einsatz halt unterschiedlich schnell und weit.

Dann würden die schlechten Schüler ja gar nichts mehr tun? Das stimmt nur bedingt. Eine gewisse nicht freiwillige (extrensische) Motivation muss schon aufrecht erhalten werden. Wer sich halt zu selten und zu schlecht auf die Level-Übungen vorbereitet, der wird halt zu zusätzlichen Mathematikeinheiten gezwungen, solange bis das Basislevel für das Alter des Schülers wieder erreicht ist.

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5 responses to “Geht Mathe auch ohne Noten?

  • Levelsystem

    Ich finde das Level-System äußerst interessant. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und die klare Trennung der Klassenstufen aufweichen. Am Beispiel Mathe könnte ich mir das so vorstellen: Am Schuljahresbeginn des ersten Jahres wird der Klassenverband zusammen unterrichtet und es werden mathematische Grundlagen vermittelt. Bei wem diese sitzen, der erreicht das nächste Level und besucht ab sofort einen Mathekurs, der sich mit dem nächsten Thema befasst. Je kleiner die Anfangskurse dann werden um so intensiver kann sich der Lehrer um die übrigen Schüler kümmern. Ein Schüler, dem Mathe sehr leicht fällt, wird in diesem Fach wahrscheinlich sehr schnell zu Schülern höherer Jahrgänge aufschließen. Außerdem wird er wahrscheinlich zum Ende seiner Schullaufbahn alle „Mathekurse“ durchlaufen haben (bzw. das höchste Level erreicht haben) und in seiner Bewertung werden die vermittelten Lerninhalte aufgelistet. So wird dieser Schüler auch die Integralrechnung in der Schule gemeistert haben (ich finde es wichtig, dass diese Inhalte in der Schule vermittelt werden, da das Mathestudium noch genug andere Inhalte bereithält und die Schüler eine bessere Vorstellung des Mathestudiums bekommen – denn nur weil ich die Grundrechenarten kann und die mir Spaß machen, bin ich noch lange nicht für das Mathestudium geeignet). Ein schwächerer Schüler wird beim Verlassen der Schule dagegen nur bis zur Prozentrechnung gekommen sein. Dafür ist er in den Mathegebieten bis hierhin fit. Die zukünftigen Unis/Arbeitgeber sehen dann, welche Voraussetzungen noch fehlen und können bewerten, ob diese für dieses Fachgebiet ausreichen oder evtl. gezielte Vorbereitungskurse anbieten.

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  • leerkoerper77

    so viel ich weiß, darf die Waldorfschule ja gar nicht so ganz auf Noten verzichten (Thema Abschlüsse). Was mir/uns vorschwebt ist halt ein Levelsystem: Man macht mehr oder weniger schnelle Fortschritte, die dokumentiert werden. Dadurch gibt es die Prüfungsängste nicht mehr.
    Das wäre (für öffentliche Schulen – Waldorf ist da weiter) schon ein riesen Fortschritt.

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  • wissensecke

    So ganz verzichtet die Waldorfschule ja nicht auf Noten. Dies geschieht nur in der Unter- und MIttelstufe, in der Oberstufe erteilen wir wohl Noten. Wählt der Lehrer ein differenzierten Unterrichtsstil, der sich an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler orientiert. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, ist zwar Freiwilligkeit gewollt, aber nur bis zu einem bestimmten Grad, denn dann setzt doch wieder ein Zwang ein. In der Bewertung muss ja nicht zwangsweise nur eine Zahl stehen, bei uns gibt es dafür die schriftliche Bewertung in Textform. Hier kann sehr wohl auf den einzelnen Schüler eingegangen werden. Eine Kombination aus beidem könnte dann die Lösung sein.

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  • leerkoerper77

    Gerade weil die Industrie so selten Noten verwendet, sollte die Schule darüber nachdenken, ob das der richtige Weg ist. Und mit Mathe und der Uni, das habe ich gesagt, dass es sich um eine Vereinfachung handelt. Fortbildungen in der Wirtschaft werden in der Regel mit Teilgenommen bzw. mit bestanden quittiert. Noten sind da die absolute Ausnahme. Eine einzelne Zahl kann nämlich kaum eine komplexe Fertigkeit oder Fähigkeit beschreiben.

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  • Hauptschulblues

    Einerseits Freiwilligkeit – andererseits Zwang?
    Wir leben im Kapitalismus, im hochentwickelten Wirtschaftsliberalismus.
    Alles Gebaren hierin beruht auf Leistung, vergleichbarer Leistung. Diese verlangt ein Instrumentarium, ein allgemein verbindliches. Und das sind in der Schule Noten (Schulen sind keine Inseln unter einer Käseglocke).
    SchülerInnen privater Schulen müssen sich dem unterwerfen, wollen sie als externe staatliche Prüfungen absolvieren.
    Und das mit der Mathematik an der Uni stimmt so nicht ganz.

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