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Nachhilfe: Bildungs-Koks für Kinder reicher Eltern

Ein nicht unerheblicher Anteil der Schüler erhält neben der Schule noch Nachhilfe. Absoluter Spitzenreiter dabei ist die Mathematik. Die Kosten, die Eltern hierfür aufwenden sind beachtlich und können teilweise locker bis zu 200 € im Monat ausmachen. Das ist unabhängig von der Diskussion über die Wirksamkeit, eine enorme soziale Ungerechtigkeit. Kinder reicher Eltern können schlechten Unterricht oder ander Defizite mit Geld ausgleichen. Sozial schwächere, bei denen auch die Eltern nicht als Ersatzlehrer agieren, werden dezent benachteiligt.

Neben all dieser Ungerechtigkeit hat Nachhilfe noch einen weiteren eher wenig beachteten Effekt: Sie macht abhängig. Man muss im Unterricht nicht mehr so gut aufpassen, da am Nachmittag ja jemand da ist, der einem alles erklärt. Hausaufgaben müssen auch nicht mehr allein bewältigt werden, man hat ja kompetente Unterstützung. Am Ende steht dann eine jahrelange teuer Unterstützung. 2 Jahre Nachhilfe können dann schnell mal 4.000 € gekostet haben. Bei mehreren Kindern macht das dann noch mehr Spaß.

Im Grunde müsste die Schule die Nachhilfe bezahlen; als Strafe für schlechten Unterricht oder unfaire Bewertung. Das ist natürlich praktisch nicht so leicht umsetzbar. Und dann muss man sich wieder das Totschlagargument anhören. „Viele Schüler seien halt auf der falschen Schule, und müssten diese verlassen“. Warum sind diese Schüler denn dort (auf den Gymnasien)? weil sie von den Eltern dort hingedrängt werden. Warum? Weil dass Gymnasium trotz formal vieler Weiterbildungsalternativen, die einzige Schulform ist, die beruflich wirklich alle Türen öffnen kann.

 

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